Judith E. Harper - Susan B. Anthony. A Biographical Companion


Universally acknowledged as one of the most prolific activists of the 19th century, Susan B. Anthony devoted most of her adult life to humanitarian reform. She was an integral player in nearly every social reform movement of her time, including temperance, women's suffrage, and abolitionism.

The publication of Susan B. Anthony: A Biographical Companion coincides with the 150th anniversary of the women's rights movement in the United States. More than 100 entries cover the significant events, people, publications, movements, and organizations associated with Anthony, and each entry describes the topic in historical context.

Stephanie Haerdle - Keine Angst haben, das ist unser Beruf! Kunstreiterinnen, Dompteusen und andere Zirkusartistinnen

Amazonen der Arena

Von Sensationsartistinnen, die als "menschlicher Pfeil" die Zirkuskuppel durchquerten, über Raubtierdompteusen, die mit ihren Löwen dinierten, bis zu Kraftathletinnen, die Klaviere mitsamt Pianisten auf ihrer Brust stemmten und dabei Opernarien sangen:

"Keine Angst haben, das ist unser Beruf!" porträtiert außergewähnliche Frauen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts zwichen unkonventionellem Alltag und glamourösen internationalen Starkarrieren.

"Wer nicht mit einer Schlange tanzen will, soll es lieber gleich sagen. Der soll lieber in die Küche gehen oder Strümpfe stopfen." (Paula Busch)

Wir danken der Autorin und dem Aviva-Verlag für die freundliche Buchspende.

Marion Meade - Free Woman. The Life and Times of Victoria Woodhull


A biographer and novelist, Marion Meade is the author of nine books, including The Unruly Life of Woody Allen, Buster Keaton: Cut to the Chase, Dorothy Parker: What Fresh Hell Is This?, Madame Blavatsky: The Woman Behind the Myth, Sybille, Stealing Heaven: The Love Story of Heloise and Abelard, Eleanor of Aquitaine: A Biography, and Bitching.

Victoria Woodhull was the first woman who ran for President of the United States, in 1872. She was an unconventional woman who emerged on the political scene from a backround of poverty and a career as actress, stockbroker, and journalist. Twice divorced, she outraged even the feminists of her day by refusing to confine her campaign to the issue of women's suffrage. Instead, she advocated reform of marriage and family institutions, as well as "free love".

Koray Yilmaz-Günay - Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre "Muslime versus Schwule"

Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001

Die Anschläge vom 11. September 2001 und der dann einsetzende "Krieg gegen den Terror" haben die Weltordnung nachhaltig verändert. Sowohl im internationalen als auch im innenpolitischen Diskurs sind "die Muslim_innen" zu einer homogenen Gruppe zusammengefasst und "dem Westen" gegenübergestellt worden. Insbesondere Menschen aus der Türkei, arabischen Ländern, dem Iran und anderen Ländern des Mittleren Ostens sind zur einheitlichen Gemeinschaft ernannt worden.

Die Rechte von Frauen und Homosexuellen haben im gleichen Zeitraum – und durchaus im Zusammenhang damit – eine beachtliche Aufwertung erhalten. Während im "Westen" zumindest einzelne Erfolge der Emanzipationsbewegungen sichtbar wurden, schien es um die sexuelle Selbstbestimmung in mehrheitlich muslimischen Ländern und innerhalb als muslimisch definierter Migrant_innen-Gruppen in Westeuropa schlecht bestellt. Sexismus und zum Teil auch Homophobie dienten so auch als Legitimation für außenpolitische, zum Teil militärische Interventionen und für rassistische Kampagnen im Inland. Aus einer kritischen Perspektive wurde anfangs von "Islamophobie" gesprochen, heute warnen selbst amtliche Stellen vor "antimuslimischem Rassismus".

Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre "Muslime versus Schwule". Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001 blickt zurück auf die letzte Dekade und schaut auf die Überlappungen von feministischen und queeren Debatten mit den Entwicklungen in der Mehrheitsgesellschaft. Sie geht der Frage nach, ob/wie die relativen Erfolge von Frauen- und Homosexuellen-Emanzipationsbewegungen unter anderem durch rassistische Rückschritte erkauft wurden. Nicht zuletzt weist sie den Weg für einen Aktivismus, der gesellschaftliche Emanzipation befördert, anstatt benachteiligte Gruppen gegeneinander in Stellung zu bringen.

Sabine Fuchs - Femme! radikal-queer-feminin


... ist das erste deutschsprachige Buch zu dem bisher vernachlässigten Thema "Femmes". Endlich wird queere Femininität als eine Form des Widerstands gegen gängige Geschlechternormen dargestellt und nicht als eine Anpassung an die heterosexuelle Lebenswelt. In zahlreichen Aufsätzen, Essays und Interviews zeichnen die Autor_innen ein selbstbewusstes und politisches Bild von Femmes: kritisch-analytisch, selbstironisch-provokant und leidenschaftlich-fem(me)inistisch.

"Die Beiträge hier haben den Mut, neue Fragen zu stellen: Wie schauen wir aufeinander und wie werden wir gesehen? Was macht uns tatsächlich sichtbar? Die Butch an unserer Seite? Unsere Rocklänge? Unsere politische Haltung? Unsere Hüften?" (Aus dem Vorwort von Joan Nestle, Herausgeberin und Mitbegründerin der "Lesbian Herstory Archives")

Wir danken Sabine Fuchs und dem Querverlag für die freundliche Buchspende.

Judith Butler - Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen

Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen vertieft und bilanziert eine Reihe von Themen und Thesen aus Butlers früheren Werken: die Materialität des Körpers, die Beziehung zwischen Macht und Psyche, die politischen Dimensionen der Psychoanalyse und die Auswirkungen des juridischen Diskurses auf diejenigen, die nicht autorisiert sind, an ihm teilzunehmen. Die einzelnen Essays untersuchen das Problem der Verwandtschaft vor dem Hintergrund einer immer stärkeren Infragestellung der Lebensform Familie und die Bedeutung und Ziele des Inzesttabus; sie hinterfragen die Pathologisierung von Intersexualität und Transsexualität und unterziehen das Phänomen sexueller und ethnischer Panik in der Kunstzensur einer kritischen Analyse. Der Band schließt mit einer grundlegenden Abhandlung über den Status der Philosophie und ihre Möglichkeiten, das »Andere der Philosophie« zur Sprache kommen zu lassen.

Monika Jaeckel - (M)ein bewegtes Leben

Sie war Kosmopolitin, Feministin, Soziologin - und die Sängerin der Kultband "Flying Lesbians". Sie gründete Frauenzentren mit, unterstützte - selbst kinderlos - mit vollem Einsatz die Mütterzentren und war damitinnerhalb der Neuen Frauenbewegung wegweisend für eine Form der Selbsthilfe, die bis heute international fortbesteht. Monika Jaeckels Autobiographie ist eine wahre Schatzgrube...

Monika Jaeckel (1949–2009) war ein echtes Multitalent: Pionierin, Sponti, Lesbe, Sängerin, Kosmopolitin, Wissenschaftlerin, Kämpferin für die Frauenrechte und Mitinitiatorin der Mütterzentren – immer ihrer Zeit voraus, immer auf der Suche nach dem richtigen Leben. Wenige Monate vor ihrem Tod erzählt Monika Jaeckel der langjährigen Freundin Katrin Rohnstock ihre Lebensgeschichte: Beginnend in Japan, wo sie als Tochter eines Missionars geboren wurde, über den Frankfurter Häuserkampf der Studentenbewegung, die Frauen- und Mütterzentrumsbewegung bis hin zum späten privaten Glück in den Niederlanden. Nun ist aus den Erzählungen eine faszinierende Autobiografie entstanden, die als exemplarisch für die Pioniergeneration von intellektuellen, engagierten Frauen gelten kann und nicht nur für ZeitgenossInnen, sondern auch für die Jüngeren und alle an der Entstehung des Feminismus Interessierten äußerst spannend sein dürfte.

Katie Sutton - The Masculine Woman in Weimar Germany

Monographs in German History Volume 32

Throughout the Weimar period the so-called " masculinization of woman" was much more than merely an outsider or subcultural phenomenon; it was central to representations of the changing female ideal, and fed into wider debates concerning the health and fertility of the German "race" following the rupture of war. Drawing on recent developments within the history of sexuality, this book sheds new light on representations and discussions of the masculine woman within the Weimar print media from 1918-1933. It traces the connotations and controversies surrounding this figure from her rise to media prominence in the early 1920s until the beginning of the Nazi period, considering questions of race, class, sexuality, and geography. By focusing on styles, bodies and identities that did not conform to societal norms of binary gender or heterosexuality, this book contributes to our understanding of gendered lives and experiences at this pivotal juncture in German history.

Claudia Breitsprecher - Auszeit

Mit knapper Not hat die engagierte Bundestagsabgeordnete Dr. Martina Wernicke ein Attentat überlebt. Im Ferienhaus einer Mitstreiterin erholt sie sich von dem Schock und auch von dem intrigenreichen Spiel um Macht, das ihr Dasein seit Jahren bestimmt. Ganz bewusst erlebt sie den Frühling inmitten der märkischen Landschaft, widmet sich den wachsenden Zweifeln am Sinn ihrer Arbeit und der Sehnsucht nach ihrer Lebensgefährtin Eleni, von der sie verlassen wurde. Schon bald lernt sie Laura und Stefan Vogel kennen, ein junges Paar, das nebenan wohnt und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Als die beiden in Gefahr geraten, beginnt Martina zu kämpfen - für ihre Nachbarn, für ihre Überzeugungen und für eine zweite Chance mit der Frau, die sie liebt.

Claudia Breitsprecher ist 1964 in Westfalen geboren und in Berlin aufgewachsen, wo sie auch heute mit ihrer Frau lebt. Sie studierte Soziologie, Psychologie und Politik an der Freien Universität und arbeitete nach dem Abschluss als Diplom-Soziologin im Bildungs- und Sozialbereich. Als freiberufliche Autorin schreibt sie sowohl literarische als auch sachbezogene Texte. 2007 war sie Preisträgerin des 6. Autorinnenforums Berlin-Rheinsberg.

Henrike Lang - Apfelduft

Henrike und Judith lernen sich auf einer studentischen Party kennen. Eine langjährige Beziehung beginnt ... Doch eines Tages entwickelt Henrike Lust - eher Gier - auf Affären, auch auf Männer. Alles erotisiert sie. Der Blick auf Handgelenke, der Duft nach Boskoopäpfeln, hellbraune Locken, männliche Schultern. Sie lässt sich auf seltsame Abenteuer ein, bis sie realisiert, was sie wirklich umtreibt: Der Wunsch nach einem Kind, ein Wunsch, so physisch wie Hunger oder Durst. Als sie das Judith endlich gesteht, hält ihre Partnerin den Kinderwunsch für eine von Henrikes üblichen Obsessionen, die wie andere vorübergehen würde...

Henrike Lang, 1970 in Norddeutschland geboren, erzählt unzensiert und unterhaltsam aus dem Liebesleben, wie es wirklich ist, von Schwangerschaft und vom Leben mit einem Kleinkind. Sie war lange journalistisch tätig, bevor sie sich auf die Belletristik konzentrierte. Vormittags findet man sie mit ihrem Netbook am Tresen eines geräumigen Billigcafés im Kölner Bahnhofsviertel, umgeben von anderem sozialen Gelichter. Wenn der Kindergarten ihres Sohnes David schließt, lässt sie alles stehen und liegen. Ein gänzlich anderes Leben beginnt.

Sabine Puhlfürst - "Mehr als bloße Schwärmerei"

Aus: Literatur: Weiblichkeit / MännlichkeitHerausgegeben von Maria Kalveram und Wolfgang Popp, Universität-Gesamthochschule Siegen, Band 6

Die Arbeit beleuchtet auf der Schnittstelle verschiedener Wissenschaften und spezieller Forschungsfelder die literarische Darstellung von Liebesbeziehungen zwischen Mädchen/jungen Frauen. Das gesamte Untersuchungsfeld ist in überschaubare Zeitepochen gegliedert, die es ermöglichen, Entwicklungen der sexualwissenschaftlichen Theoriebildung herauszuarbeiten und auf das gesellschaftliche Klima jeder Zeitphase zu beziehen. In der Arbeit wird - erstmals - eine Fülle von literarischen Texten zusammengetragen, in denen die Problematik lesbischer Ichfindung von Kindern, Jugendlichen und jungen Frauen in ihren verschiedenen Facetten und Variationen thematisiert wird.

Susana Guzner - Unberechenbare Geometrie der Liebe

Maria, die sich bisher für vernünftig und pragmatisch gehalten hat, lernt auf dem Flughafen die geheimnisvolle Eva kennen, deren Vergangenheit im Dunkeln liegt. Maria verliebt sich unsterblich, und beide stürzen sich Hals über Kopf in eine Liebesgeschichte mit ungewissem Ausgang.

Susana Guzner, Jahrgang 44, ist gebürtige Argentinierin. Aufgrund der politischen Umstände, die auch die Ermordung ihrer Schwester zur Folge hatten, emigrierte sie nach Spanien. Vom schönen Madrid hat es sie nach zwanzig Jahren in das noch schönere Las Palmas de Gran Canaria verschlagen.

Judith Butler - Queer Lectures

Queere Bündnisse und Antikriegspolitik

Schriftenreihe der Initiative Queer Nations e.V.

4. Jahrgang, Heft 9, März 2011

Mit einer Einführung von Andreas Kraß und einer Annotation von Bodo Niendel.
Aus dem Englischen von Tatjana Eggeling und Lilian-Astrid Geese.

Publizierter Vortrag, den Judith Butler einen Tag vor der Ablehnung des Zivilcouragepreises des Christopher-Street-Day 2010, an der Volksbühne in Berlin hielt. 

 

Olivia - Olivia

Als Olivia mit 16 Jahren ihre englische Familie verlässt, um ein Jahr im französischen Pensionat Les Avons bei Paris zu verbringen, taucht sie ein in eine Atmosphäre intellektueller und seelischer Lebendigkeit, die sie in ihrem britischen Elternhaus bei der Oberschicht nie gekannt hat. Mlle Julie, die Direktorin der Schule, eröffnet ihr die Welt der Literatur, des Theaters, des guten Essens und der geistvollen Konversation. Olivia nimmt diese Geschenke mit leidenschaftlicher Dankbarkeit an. Darüber hinaus jedoch, und ohne es zunächst recht zu begreifen, entwickelt sie Empfindungen für diese Lehrerin, die alle Zeichen einer großen Liebe an sich tragen - und die unausgesprochen erwidert werden.
Die Autorin wählte das Pseudonym Olivia, um sich nicht zu erkennen zu geben und zugleich um anzudeuten, dass Olivia eine autobiographische Erzählung sei. Olivia war Dorothy Strachey, ältere Schwester des berühmten Schriftstellers Lytton Strachey, und gute Freundin von Virginia Woolf, der sie acht Jahre nach deren Selbstmord diese Publikation widmete.

L'espresso. das Lesben-Trash-Magazin

L'espresso erschien zum ersten Mal 1998 und wurde insgesamt acht Mal herausgegeben, das letzte Mal 2003. L'espresso ist eine Gazette, die in einer Auflage von jeweils 100 Stück erschien. Geschrieben wurde es von neun Frauen und Gastautorinnen. Von der Covergestaltung über das Layout, das Kopieren, das Falten und Heften und schließlich das Verteilen - alles handgemacht. Obwohl das Computerzeitalter längst begonnen hatte, gab es Schreibmaschinenzwang. In L'espresso gibt es Geschichten, die für sich stehen, Geschichten, die sich fortsetzen, verwicklen, verquicken, erquicken, abrupt enden und wieder neu beginnen. L'epresso sollte der Nachwelt erhalten bleiben und deshalb sind Nummer 1 bis 6 ab sofort im Spinnboden zu lesen.

Tanja Walther-Ahrens - Seitenwechsel

Coming-out im Fußball

Nach dem Vortrag "'Kick it like the girls' - Lesben im Fußball" gibt jetzt auch das Buch bei uns im Archiv.

Homosexualität im Profifußball gehört zu den Tabuthemen in einer männlich dominierten Sportwelt, in der es um Stärke, um Leistung, um Selbstsicherheit geht. Laut Statistik müsste jeder zehnte Spieler und jede zehnte Spielerin homosexuell sein. Out ist jedoch niemand aus der Ersten Bundesliga - weder bei den Frauen noch bei den Männern. Gibt es wirklich keine homosexuellen FußballspielerInnen? Oder wird eine Parallelwelt inszeniert, um die "Schwäche" der sexuellen Neigung zu vertuschen?

Tanja Walther-Ahrens beleuchtet das Thema Homosexualität im Profi-Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln und schafft Sensibilität für ein absolutes Tabuthema im beliebtesten Sport der Deutschen.

A. E. WEIRAUCH - KARIN UND KATHI

Mädelfreundschaft durch dick und dünn

Mädchenbuch, Franz Schneider Verlag, 1961, ab 10 Jahren

Zur Vervollständigung der Bibliographie von Anna Elisabeth
Weirauch, Autorin von "Der Skorpion", gibt es jetzt auch ein
von ihr geschriebenes Jugendbuch als Ansichtsexemplar im
Spinnboden.

LOUISE OTTO-PETERS. JAHRBUCH III/2009

Forschungen zur Schriftstellerin, Journalistin, Publizistin und Frauenpolitikerin (1819-1895)

"Seit Ende der 1990er Jahre hat die Historikerin Dr. Irina Hundt sich Verdienste um die Bearbeitung des Louise-Otto-Peters-Nachlass im Archiv des DStV [Deutscher StaatsbürgerinnenVerband e.V.] erworben. Dabei erregten die Tagebücher aus den Jahren 1849-1857 ihr besonderes Interesse, denn während die Briefe in früheren Biographien vielfach zitiert wurden, war der Inhalt der Tagebücher kaum bekannt. [...] Es handelt sich dabei nicht nur um eine Tranksription der schwierig zu entziffernden Texte, sondern um eine umfassende Kommentierung und Aufbereitung aller in den Tagebuchnotizen angesprochenen Vorgänge, Ereignisse, Personen und Hintergründe, mit ausführlichen Quellenangaben und Registern. Dazu gibt es eine dreißigseitige Einleitung, die allein schon eine kompakte und kenntnisreiche Einführung in die Entwicklungsphasen von Leben und Werk Louise Otto-Peters' darstellt.[...] Irina Hundt hat für den Band umfangreiche Anhänge erarbeitet: ein Personenregister, das sich wie ein Nachschlagewerk zur 1848er-Generation benutzen lässt, ein Register aller erwähnten literarischen Werke, ein geographisches Register und ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis. Alles in allem: eine phänomenale Arbeit, der ich viele Leserinnen wünsche." (Rezension Frauke Mahrt-Thomsen, DStV)

MARIA SABINE AUGSTEIN - DER INTIME BLICK

Fotografien von Inea Gukema-Augstein 1985-1988

Als eine der Ersten in Deutschland bekannte sie sich 1977 zu ihrer Geschlechtsumwandlung; sie war maßgeblich beteiligt an der Schaffung der Homo-Ehe (2001) und setzt sich als Rechtsanwältin für Transsexuelle, Lesben und Schwule ein: Maria Sabine Augstein, 1949 geboren als Sohn des Spiegel-Gründers Rudolf Augstein, kämpft gegen Diskriminierungen und für die Rechte von sexuellen Minderheiten.

Sehr persönliche Porträts einer engagierten Frau zeigt dieser Bildband: Aufgenommen von der Künstlerin Inea Gukema-Augstein, Maria Sabine Augsteins langjähriger Lebenspartnerin, reflektieren die in den 80er Jahren entstandenen Fotografien deren Identitätsfindung: Der intime Blick der Fotografin erlaubt der Porträtierten eine große Offenheit und lässt Betrachterinnen und Betrachter Anteil nehmen an deren Selbst-er-findung und Verwandlung. Begleitende Texte von Sarah Schumann, Eva Müller, Karl Michael Armer und Prof. Friedemann Pfäfflin beleuchten den biografischen, sozialen und künstlerischen Kontext.

SPREEPERLEN. BERLIN - STADT DER FRAUEN

Das Buch ist ein Kooperationsprojekt des Senats für Wirtschaft, Technik und Frauen und der bezirklichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Berlins.

"Es gibt viele Wege durch Berlin, viele Blicke, viele Möglichkeiten, diese Stadt zu erleben und zu entdecken. Wir haben uns die Stadt aus der Perspektive der Frauen angesehen, haben nach Spuren gesucht und oft genug die Lupe in die Hand genommen. Wir wollen Berlinerinnen, Besucherinnen und Gäste gleichermaßen einladen, unserer feministischen Neugierde auf die Geschichte und Gegenwart der Berliner Frauen zu folgen. Dieses Buch zeigt ein Panorama der Stadt, das an jeder Stelle die Präsenz von Frauen und vor allem deren Engagement für Gestaltungsräume, Gleichberechtigung und Emanzipation zeigt." Anhand von exemplarischen, zufälligen oder stellvertretenden Stichworten wird auf die Geschichten verwiesen, die davon erzählen, wie Frauen in dieser Stadt gelebt, gekämpft, gearbeitet, geliebt und gelitten haben.

MARIANNE BRESLAUER - FOTOGRAFIEN 1927 - 1936

Begleitpuplikation zur Ausstellung "Marianne Breslauer. Unbeachtete Momente. Fotografien 1927-1936" der Berlinischen Galerie 2010. Herausgegeben von Kathrin Beer und Christina Feilchenfeldt in Zusammenarbeit mit Fotostiftung Schweiz.

Marianne Breslauer (1909 – 2001) fotografierte von 1927 bis 1938. Ihre Fotografien spiegeln die Atmosphäre der Weimarer Republik und deren kosmopolitische Kunstszene wider. Menschen und deren Leben in anderen Ländern und Kulturen waren ihre große Leidenschaft. Sie hatte eine besondere Begabung dafür, bei unauffälligen und eher nebensächlich wirkenden Ereignissen und Momenten den Augenblick für ein Bild zu verspüren, der über das Abgebildete hinaus Geschichten erzählte. Breslauer arbeitet auch mit Elementen einer neuen Ästhetik, die in den zwanziger Jahren entstand und als "Neues Sehen" bezeichnet wurde. Ihre besondere Neugier galt Künstlern und jungen Frauen ihres Alters, die, wie sie selbst, einem neuen Frauentyp entsprachen: selbstbewusst auf der Suche nach einem unabhängigen Leben.

SUNITI NAMJOSHI - THE JACKASS AND THE LADY

A Fourth Volume of Verse. 1980 published by Writers Workshop, Calcutta, 45 poems.

Research Fellow at the Centre for Women's Studies at Exeter University, England. Born in Bombay in 1941, a Canadian citizen and resident of England, her work draws several cultural traditions together. Her work is touched by autobiographical elements such as her gender, sexual orientation, politics, and her Hindu background. She has worked as an officer in the Indian Administrative Service and taught in the Department of English at Toronto University.

"I have an axe to grind. I want writers - particularly women - particularly those who enjoy poetry and dense text - to get interested in using the World Wide Web as a means of broadcasting and interacting with other writers and readers of poetry..."

Esther Dahle - Lesbische Identitätsfindung und Lebensgestaltung

Lesbenzentren und -freizeiteinrichtungen in Beispielen von der Neuen deutschen Frauenbewegung bis heute

Das Buch stellt heraus, wie Lesbenzentren und Freizeitgestaltung von, für und mit Lesben die Generationen übergreifende Bedeutung zukommen. Daher ist es wichtig, Bezüge zu finden, in denen Aspekte der eigenen Indentität wiedererkannt und als real zum Leben gehörend wahrgenommen werden können. In diesem Zusammenhang besitzen Lesbenzentren und -freizeiteinrichtungen einen hohen Stellenwert, da sie lesbischen Frauen helfen, einen gesellschaftlich als unlebbaren repräsentierten Lebensentwurf zu leben.

Die Autorin zeigt auf, in welchen Aspekten sich lesbische Freizeitgestaltung von sich an der heterosexuellen Mehrheit orientierenden Freizeitangeboten unterscheidet und geht dabei auf die Bereiche Sport, Film, Fernsehen und Literatur, Zeitschriften, Unternehmungen mit der Familie, Musik, Kunst, Wissenschaft oder Kultur, Szenepartys, Urlaub und Reise ein.

Frauengeschichten - Berühmte Frauen und ihre Freundinnen

Herausgegeben von Joey Horsley und Luise F. Pusch

Das Buch präsentiert Frauengeschichte, gesehen aus der
Perspektive der Frauenliebe, wie sie in vielen Schattierungen
und Varianten über drei Jahrhunderte gelebt und verstanden wurde.

Bareed Mista3Jil - True Stories

"Barred Mista3Jil" is a collection of true short stories from voices in Lebanon that we seldom hear. Their common thread is that they are all from people of non-conforming sexualities and gender identities.

What sort of diversities exist in human sexuality? How do bisexuals 'come out'? What kinds of discrimination do lesbians face? How does it affect their self-esteem and their sense of community? How has life  for lesbians in Lebanon changed over the past 10 Years? Is emigration their only choice?

Melissa Etheridge with Laura Morton - "The Truth is..."

The Truth Is ... is a bold and unflinching account of an extraordinary life, described as only Melissa can: from her Kansas roots through her early love of music to her brilliant rise to stardom, becoming a female superstar in a male-dominated rock world. Melissa will openly discuss the massive impact of her public coming-out, a revelation that only increased her popularity and made her a highly visible spokesperson for the gay and lesbian community. The Truth Is ... shares Melissa Etheridge's fascinating story—sometimes shocking, always inspiring—with unprecedented candor and insight.

Filled with personal insights, the stories behind the music and lyrics, and never-before-seen personal photographs, The Truth Is ... is a poignant, thoughtful, sometimes difficult expression of who Melissa Etheridge has been, who she is, and who she hopes to become.

"Mutterschutz" - Dr. Phil. Helene Stöcker

Zeitschrift zur Reform der Sexuellen Ethik, Hrsg. von 1905-1907
Publikationsorgan des Bundes für Mutterschutz
Herausgeberin Dr. Phil. Helene Stöcker
3. Jahrgang 1907 Februar

Helene Stöcker, Deutsche Frauenrechtlerin, Sexualreformerin, Philosophin, Pazifistin und Publizistin: geboren am 13. November 1869 in Wuppertal,
gestorben am 24. Februar 1943 in New York

Im Jahre 1992 wurde in Wuppertal ein Übernachtungshaus für obdachlose Frauen eingeweiht. Es trägt den Namen Helene Stöckers und erinnert an eine Mitbürgerin, die 1903 den Bund für Mutterschutz gründete und damit einer ebenfalls sozial schwachen Gruppe von Frauen half - den ledigen Müttern mit ihren Kindern.
Hinter dem etwas harmlos klingenden Namen des Bundes verbarg sich aber mehr als nur eine Hilfsorganisation für Mütter. Es ging Helene Stöcker um Sexualaufklärung und Fragen der herrschenden Moral, die sie in der von ihr bis 1933 herausgegebenen Zeitschrift Die neue Generation erörterte. Die Frauen sollten nach ihrer “Neuen Ethik” nicht nur Objekt der Fortpflanzung und männlicher Lust sein, sondern ihre weibliche Sexualität in und gegebenfalls auch außerhalb der Ehe in einem freien Liebesverhältnis leben dürfen. Helene Stöcker wandte sich darüber hinaus gegen die Bestrafung von Abtreibung und männlicher Homosexualität.
Quelle: www.fembio.org

Wir danken dem Institut für Zeitgeschichte für ihre Spende!

Dagmar Trüpschuch - "Frauen in Berlin - Ein Reisebuch"

"Frauen in Berlin" ist ein Buch für alle, die entdecken wollen, was Berlin für Frauen zu bieten hat und sich auf  die Spuren von bekannten und berühmten Berlinerinnen von damals und heute begeben möchten: Rosa Luxemburg, Marlene Dietrich, Angelina Maccarone, Sasha Waltz und viele mehr.
Zudem bietet dieses Reisebuch Informatives zu Galerien und Museen, zur Film-, Musik- und Modestadt, zur Frauenszene oder zum interkulturellen Berlin. Mit ausführlichem Service- und Adressteil.

Ein Buch, das aktuell bleibt - mit Updates und Veranstaltungskalender unter: www.frauen-reisebuch.de

Getrude Stein - "Frau Reinelt"

Zwei Männer beherrschten diese Welt, und ihr Herrschaftsmonopol gründete sich auf Schrecken und Terror. Stalin und Hitler - unschwer in den Figuren Angelus Harfenist und Josef Linn zu erkennen - geistern durch diesen Roman, wie Gertrude Stein selbst als Frau Reinelt. Doch selbstverständlich ist "Frau Reinelt" kein politischer Schlüsselroman, sondern eine Steinsche Analyse der eigenen Befindlichkeit. Ein Spiel mit der Angst, eine komische Tragödie und ein stein'scher Humor kennzeichnen diese Situation, denn Gertrude Stein wartet, wartet auf Frieden, wartet auf ein Ende des Wartens und der Angst...

Annie Leibovitz - "A Photographer`s Life 1990-2005"

Als ebenso eigenwillige wie beeindruckende Autobiograhie in Bildern könnte man das neue Buch der amerikanischen Photographin Annie Leibovitz bezeichnen. A Photograher´s Life ist zu gleichen Teilen Familienalbum, Werkschau und persönliches Tagebuch der letzte fünfzehn Jahre. Photos aus ihrem Privatleben und professionelle Arbeiten insgesamt 343 teils farbige, teils schwarzweiße Aufnahmen durchsetzt mit Kontaktbögen - fügen sich nathlos zu einer Chronik der Ereignisse, der offiziellen Aufträge und privaten Erlebnisse. (Klappentext)

Alison Bechdel - "Fun Home"

Der große literarische Überraschungserfolg aus den USA erzählt in einer sensationellen Form die Geschichte einer jungen Frau, die einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt: in Worten und Bildern, die sich zu einem Meisterwerk der Comic-Kunst zusammenfügen.

Alison Bechdel, Autorin und Erzählerin dieses literarischen Comics, verstand in ihrer Jugend nie, warum ihr Vater, Bestattungunternehmer und Englischlehrer an der örtlichen Highschool, offenbar seine Bücher mehr liebte als seine Famile.

Vorsichtig umkreist Alison Bechdel die Zeit vor und nach dem Tod des Vaters und zieht dabei alle literarischen Register.

Alexis Schwarzenbach - "Auf der Schwelle des Fremden - Das Leben der Annemarie Schwarzenbach"

"Das Leben zerfetzt sich mir in 1000 Stücke", schreibt Annemarie Schwarzenbach 1935 in einem Brief an Klaus Mann düstere Zeilen für eine 27-Jährige. Dabei scheint die begabte Schriftstel lerin und Tochter aus reichem Schweizer Elternhaus vom Glück eigentlich begünstigt: gebildet, von außergewöhnlicher androgyner Schönheit und Melancholie sie verdreht Männern und Frauen gleichermaßen den Kopf und mit einer großen Leidenschaft für alles Fremde führt sie ein unangepasstes Leben. Mit ihrem Auto fährt sie von der Schweiz nach Afghanistan, Indien, Irak und Iran, wo sie auch einige Zeit lebt; sie arbeitet in Belgisch-Kongo und den USA. Ihre Erlebnisse hält sie in faszinierenden Fotografien und poetischen Texten fest. Aber es gibt auch eine dunkle Seite: Ex zesse, Drogen, Depressionen, immer wieder vermischt mit kreativen Schüben, ein Tanz auf einer schmalen Klinge, der wiederholt in Entzugskliniken und in die Psychiatrie führt. Man vermutet begin nende Schizophrenie und vernachlässigt die Suche nach den Gründen: Die komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung, ihre Homo sexualität und die Stigmatisierung durch die Gesellschaft, die politische Lage in Europa, der innere Rückzug als Reaktion auf das äußere Chaos. Klaus Mann antwortet damals: "Wir werden es schon zuwege bringen, das Leben". Annemarie stirbt 1942 an den Folgen eines Fahrradunfalls, Klaus sieben Jahre später an einer Überdosis Schlaftabletten. Alexis Schwarzenbach zeichnet mithilfe zum Teil unveröffentlichter, aus Familienbesitz stammender Dokumente und Fotos, sowie umfangreichen Archivmaterials (darunter der Nachlass der Familie Mann) das Leben seiner Großtante nach. Erstmals publizierte Texte und zahlreiche Bilder, die das Talent Schwarzenbachs als Fotojournalistin belegen, ermöglichen ein umfassendes Portrait der schillernden Schweizerin.

Über den Autor
Dr. Alexis Schwarzenbach, Jahrgang 1971 und Urenkel von Renee Schwarzenbach-Wille, studierte Geschichte am Balliol College in Oxford und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. Nach längerer Tätigkeit als Lektor und mehreren Forschungsaufenthalten im Ausland lebt er in Zürich. Zuletzt veröffentlichte er »Die Geborene« über Renée Schwarzenbach und »Das verschmähte Genie« über Albert Einstein.

Daniel Schreiber - "Susan Sontag. Geist und Glamour"

Die erste Biographie über die große amerikanische Schriftstellerin: Auf der Grundlage zahlreicher neuer Quellen und Gespräche u. a. mit Nadine Gordimer, Robert Wilson, Michael Krüger sowie Sontags Sohn David Rieff.Susan Sontag galt mit ihrer markanten Erscheinung, den pechschwarzen Haaren und der exzentrischen silbergrauen Strähne, als erste öffentliche Intellektuelle Amerikas und Celebrity zugleich. Sie trat in Filmen von Andy Warhol und Woody Allen auf, wurde von Annie Leibovitz und Diane Arbus fotografiert, war Werbegesicht der Wodka-Marke "Absolut" und verfasste gleichzeitig kulturkritische Essays. Darüber hinaus machte sie sich als Filmemacherin, Theaterregisseurin, Dramatikerin und Romanautorin weltweit einen Namen. Diese erste Biographie der politischen Provokateurin zeichnet das herausragende Bild einer widersprüchlichen und glamourösen Frau, deren Leben die kulturellen und medialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts spiegelt. (Umschlagtext)

Christiane Leidinger - "Keine Tochter aus gutem Hause"

Johanna Elberskirchen (1864 1943) war keine »Tochter aus gutem Hause«. Die Hürde der sozialen Herkunft spornte sie jedoch an, sich darüber hinwegzusetzen. Bildung, Lohnarbeit, sogar ein Frauenstudium in der Schweiz wurden für die lebenshungrige Bonnerin zu einer Quelle, aus der sie viele Interessen schöpfte. Als Rednerin, Aktivistin und Schriftstellerin wurde ihre schärfste Waffe das Wort: Ihre Schriften sind pathetisch, polemisch, provokant, ihre Überlegungen zielen auf Freiheit und soziale Gerechtigkeit und sind überraschend modern. 1943 starb Johanna Elberskirchen in Rüdersdorf bei Berlin, wo sie in eigener homöopathischer Praxis arbeitete. Die Umstände der Beisetzung waren mysteriös: Erst 1975 fanden und vergruben zwei Frauen heimlich ihre Urne. Jahrzehnte später ehrte die Gemeinde sie mit einer Gedenktafel. Erstmals werden die verschiedenen Spuren des ungewöhnlichen und kämpferischen Lebens von Johanna Elberskirchen für die Befreiung von Frauen, ArbeiterInnen, Lesben und Schwulen verfolgt. Christiane Leidinger entwirft dabei ein lebendiges und faszinierendes Panorama der Zeit vom deutschen Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus. Ein Buch, das Geschichte spüren lässt, über bewegte und durchaus widersprüchliche politische Wege einer umstrittenen Feministin, Sexualreformerin und Sozialdemokratin.

Über die Autorin
Christiane Leidinger ist freiberufliche Politologin und lebt in Berlin. Sie promovierte zu Globalisierung und Medien und arbeitet seit zehn Jahren als Lehrbeauftragte v.a. an Berliner Universitäten. Aktuell forscht sie über politische Theorien von Widerstand im 20. Jahrhundert.

Mirjam Pressler – "Für Isabel war es Liebe"

Isabel ist Anfang 20 und studiert in Hamburg Kunstgeschichte. Seit ihrer Schulzeit ist sie begeistert von dem Maler Modigliani. Zusammen mit ihrer Freundin Conny, einer fünf jahre älteren Ärztin, fährt sie nach München zu ihren Eltern, um dort den Geburtstag ihrer Mutter zu feiern. Die Autofahrt wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Isabel erzählt Conny zum ersten Mal Genaueres über ihre Familie und ihre erste große Liebe, Daniela.
Als Isabel 17 ist, erkrankt ihre Mutter an Brustkrebs, und fast zur selben Zeit lernt sie in der Schule Daniela kennen. Beide besuchen eine AG zum Thema Aktzeichnen. Daniela ist die Erste, die sich als Modell zur Verfügung stellt, und Isabel ist sofort von ihr gefangen.
Die folgenden Monate werden bestimmt durch die bedrückende Stimmung zu Hause und durch die leidenschaftliche Beziehung mit Daniela, die ihr hilft, der Verzweiflung und ihren Ängsten zeitweise zu entkommen. Die Therapie ihrer Mutter ist am Ende erfolgreich.
Als Isabel von Daniela verlassen wird, ist sie zutiefst verletzt. Nach dem Abitur entflieht sie ihrem Elternhaus und zugleich den Erinnerungen an Daniela und geht zum Studium nach Hamburg. Doch die Verletzungen wirken nach, und sie hat lange Zeit Schwierigkeiten, sich auf eine Beziehung einzulassen. Die zu Conny ist die erste, die über einen längeren Zeitraum anhält.
Es fällt ihr jedoch sehr schwer, Conny von ihrer ersten Liebe zu erzählen. Sie glaubt, Conny würde sie dann mit anderen Augen sehen, als eine, die verlassen worden ist.

Der Roman erzählt die Geschichte eines Coming-outs und zugleich den Prozess der Abnabelung von den Eltern.
Dem Roman ist streckenweise deutlich anzumerken, dass die Autorin vor allem Jugendbücher schreibt. Die übermäßig große Bedeutung, die dem Scheitern der ersten Liebe beigemessen, ist hierfür beispielsweise typisch. (K.S.)

Jeanette Winterson – "Auf den Körper geschrieben"

Eine nicht näher bezeichnete Person führt lange Zeit ein Leben mit eher flüchtigen Affären, verspürt irgendwann den Wunsch nach Verlässlichkeit und nach einer durchschnittlichen, dauerhaften Beziehung und findet dies tatsächlich bei einer Frau mit Namen Jacqueline. Mit diesem etwas monotonen, aber angenehmen Leben ist es schlagartig vorbei, als Louise auftaucht: schön, faszinierend und verheiratet – mit dem Krebsforscher Elgin. Es entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, die von intensiven Gefühlen und starker erotischer Anziehung auf beiden Seiten geprägt ist. Louise will sich von ihrem Mann scheiden lassen. Der jedoch sieht seine Chance gekommen, als sie an Leukämie erkrankt. Er will für die beste Behandlung sorgen, die möglich ist, allerdings unter einer Bedingung: Sie muss ihre Affäre beenden und zu ihm zurückkehren. Louise weigert sich und spielt ihre Krankheit herunter, wird jedoch aus Liebe verlassen. „Liebe Louise, ich liebe Dich mehr als das Leben. […] Ich gehe heute nacht fort, […]. Wenn ich bleibe, wirst Du es sein, die geht, in Schmerzen, ohne Hilfe. […] Ich will, dass Du lebst.“ So heißt es in dem Brief, den die Ich-Erzählerin oder der Ich-Erzähler der Geliebten zurücklässt. (Tatsächlich wird an keiner Stelle deutlich, ob eine Frau oder ein Mann die Geschichte erzählt, weder Geschlecht noch Name werden erwähnt.)
Ihre/seine Gedanken kreisen in der Folge fast ausschließlich um Louise, und sie/er wartet mit wachsender Unruhe auf eine Nachricht von Elgin.

„Auf den Körper geschrieben“ ist ein faszinierender Roman, sprachlich kraftvoll und intensiv. (K.S.)

Patricia Highsmith – "Elsies Lebenslust"

Elsie Tyler –  20 Jahre alt, schön, lebendig – berührt alle, die ihr begegnen. Der Maler und Illustrator Jack Sutherland ist ebenso von ihr fasziniert wie seine Frau Natalia, die in der Galerie einer Freundin arbeitet, oder Natalias schwule Freunde Louis und Bob. Besonderen Eindruck macht Elsie auf Ralph Linderman, einen geschiedenen älteren Mann, der die Welt im Allgemeinen für verdorben hält und sich in den Kopf gesetzt hat, Elsie vor den schädlichen Einflüssen und den überall lauernden Gefahren der Großstadt New York zu bewahren: vor Männern, Drogen und Prostitution.
Was er nicht weiß: Elsie ist lesbisch, zurzeit jedenfalls. Sie hat wechselnde Freundinnen und ist fest entschlossen, ihr Leben zu genießen. Zugleich aber ist sie ehrgeizig und möchte Schauspielerin werden. Sie fühlt sich von Linderman verfolgt und vertraut sich Jack an, den sie in einem Coffeeshop kennenlernt, in dem sie eine Zeitlang arbeitet. Auch Linderman kennt Jack, er hat ihm einmal dessen verlorene Brieftasche zurückgebracht, und spricht diesen wiederholt wegen Elsie an. Schließlich beginnt er, auch Jack zu beobachten, da er glaubt, dass dieser ein Verhältnis mit Elsie hat und damit nicht nur Elsie, sondern auch seiner Frau schadet.
Elsie wird unterdessen zu einem erfolgreichen Fotomodell und studiert zudem englische Literatur. Außerdem fängt sie ein Verhältnis mit Natalia Sutherland an.
Mit ihrer „Lebenslust“ macht sie sich nicht nur Freunde, weckt nicht nur Faszination, sondern offenbar auch Hass und Eifersucht, wie schließlich auf dramatische Weise deutlich wird.

„Elsies Lebenslust“ dreht sich um verschiedene Personen der New Yorker Künstlerszene und um einen Mann, der diese Welt aus der Distanz mit Misstrauen und Unverständnis betrachtet. Zentrale Themen sind Liebe und Beziehungen sowie sexuelle Anziehung und Orientierung.

Elsie steht im Zentrum des Romans, bestimmt Aktivitäten und Gedanken der anderen, auch wenn sie selbst meist gar nicht anwesend ist. Die eigentlichen Hauptfiguren sind andere: Jack und Natalia Sutherland sowie Ralph Linderman. (K.S.)

Monique Truong – "Das Buch vom Salz"

„KOCH GESUCHT. Zwei amerikanische Damen wünschen einen Koch einzustellen. Rue de Fleurus – melden Sie sich beim Concierge.“
Diese Stellenanzeige liest der junge Vietnamese Binh im Jahr 1929 in einem Park auf einer Bank. Bei den amerikanischen Damen handelt es sich um die Schriftstellerin Gertrude Stein und ihre Geliebte Alice B. Toklas.
Binh bekommt die Stelle und lebt fortan im Haushalt der beiden Frauen, seinen „Mesdames“, wird Zeuge ihrer innigen Beziehung und ihrer Eigenheiten, kocht für sie, ihre exzentrischen Hunde und ihre Gäste. Er berichtet davon mit Zuneigung, denn die Tätigkeit bei „den Steins“ hebt sich wohltuend von seinen vorigen Anstellungen ab, die relativ schnell aufeinander gefolgt sind. 
Die Schilderung seiner Erlebnisse in Frankreich wechselt ab mit Rückblicken auf seine Kindheit und Jugend in Vietnam, wo Binh zuletzt in der Küche des Generalgouverneurs arbeitete. Als seine Liebe zu dem Küchenchef bekannt wurde, verlor er nicht nur seinen Job, sondern wurde auch von seinem Vater aus dem Haus geworfen. Er verließ Vietnam und damit auch seine geliebte Mutter, arbeitete längere Zeit als Küchenjunge auf verschiedenen Schiffen und landete schließlich in Frankreich.
In Frankreich ist er nur allzu sichtbar ein Fremder. Er ist auf der Suche nach Arbeit und nach Liebe, beides erweist sich jedoch immer wieder als flüchtig. Als seine „Mesdames“ nach Amerika zurückkehren, steht er nach einigen Jahren der Sicherheit wieder am Anfang.

„Das Buch vom Salz“ ist ein schöner, poetischer Roman voll intensiver Schilderungen und eindrucksvoller Bilder.
Eine besondere Rolle spielt das Salz. Es gibt verschiedene Arten von „Salz“, wie Binh am Ende feststellt: „Kochsalz, das Salz von Schweiß, in den Tränen oder im Meer“. „Salz“ ist somit Zutat des Lebens, und Binh hat Erfahrungen mit den verschiedenen Formen gemacht: „Wie es brennt, wie es sticht, wie stark es ist, bei all dem gibt es feine Unterschiede.“ (K.S.)

Reneé Schwarzenbach-Wille - "Bilder mit Legenden"

Renée Schwazenbach-Wille (1883-1959) fing als 14-jährige an zu fotografieren und machte ihre letzte Aufnahme ein halbes Jahr vor ihrem Tod. In über 100 Fotoalben haben sich rund 10 000 Aufnahmen erhalten, die das außergewöhnliche Leben der willensstarken Generalstochter aufs Eindrücklichste dokumentieren.

Ihre Fotografien erzählen eine Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt Renées Freundin, ihr Gatte und ihre Kinder stehen, allen voran ihre Tochter Annemarie. Individuelle Lebenswege weden nachgezeichnet, von der Geburt über Krankheit und körperlichen Zerfall bis zum Tod, vom ersten Besuch bis zum Verschwinden aus dem Leben der fotografierenden Beobachterin. Die Aufnahmen zeugen von den vielfältigen musikalischen und sportlichen Interessen Renées, aber auch von ihrer fragwürdigen politischen Weltanschauung. Sie zeigen die radikal persönlichen Ansichten einer Frau, deren rastloses fotografisches Auge stets auf der suche nach neuen Bildern war.

Corinna Waffender - "Flüchtig bleiben"

Die 28-jährige Toni stellt sich bei der 40-jährigen Katharina wegen eines Jobs als Putzhilfe vor. Dies ist die erste Begegnung zweier ungleicher Frauen, die sich sofort  stark voneinander angezogen fühlen, ohne dass die jeweils andere etwas davon ahnt.
Toni nimmt den Job an und erhält von Katharina den Wohnungsschlüssel. Katharina richtet es aber so ein, dass sie sich häufig begegnen, sie bemüht sich um Toni, lädt sie wiederholt zum Kaffee ein, doch Toni bleibt reserviert, ist nicht bereit, sich auf Nähe einzulassen und sich zu öffnen. Sie nennt Katharina weder ihren Familiennamen, noch erzählt sie, aus welchem Land sie stammt – „aus Lateinamerika“ muss als Information reichen.
Die Leserin erfährt im Gegensatz zu Katharina den Grund für Tonis Distanziertheit: Toni stammt aus einem reichen Elternhaus und hat einen einflussreichen Vater. Eines Tages ist sie aus dieser Welt ausgebrochen und hat sich der Guerilla angeschlossen, um für die Armen in ihrem Land zu kämpfen. Sie musste schließlich ihr Land verlassen und ist in Deutschland, zuletzt in Berlin, untergetaucht.
Nach einiger Zeit entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine Liebesbeziehung, doch Toni bleibt auf Distanz. Katharina fühlt sich immer wieder zurückgestoßen und glaubt, dass Toni nichts für sie empfindet. So steuert die Geschichte auf ihren dramatischen Höhepunkt zu, der eine völlig neue Situation schafft.

"Flüchtig bleiben" ist ein literarischer Roman, der seinen Reiz aus seiner poetischen Sprache und einer besonderen Erzählstruktur zieht. Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt, die abwechselnd in kurzen Sequenzen von wenigen Seiten die Perspektive der beiden Frauen darstellen, Katharinas in der Ich-Form, Tonis in der 3. Person Singular. Katharinas Teil beginnt mit der ersten Begegnung der beiden, Tonis hingegen in der Vergangenheit, mit der Zeit in der Guerilla. Zuletzt treffen sich beide Erzählstränge. (K.S.)