Die nächsten Vorträge finden im Mai im Rahmen der "Hirschfeld-Tage 2012 - L(i)ebe die Vielfalt", ausgerichtet von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Kooperation mit dem Spinnboden und dem Sonntags-Club, statt.

Für beide Veranstaltungen gilt:

Ort: Sonntags-Club, Greifenhagener Straße 28, 10437 Berlin, Tel. 030 4497590

Infos: Spinnboden, Tel. 4 48 58 48

Rollizugänglichkeit: Hand- und schmale Sportrollis per anlegbarer Rollirampe, konkretere Infos s. Sonntags-Club

Politik, Porno und Protest um 1900

Die zwiespältigen homosexuellen-emanzipatorischen Vorkämpferinnen Trosse, Elberskirchen und Sprüngli/„Rüling“

Sie waren die ersten drei des Dritten Geschlechts, die um 1900 wichtige Beiträge zur homosexuellen Emanzipation – konkret auch für lesbische Frauen leisteten: Emma Trosse (1863-1949), später verheiratete Külz, Johanna Elberskirchen (1864-1943) und Theo Anna Sprüngli (1880-1953), bekannt unter ihrem Pseudonym „Anna Rüling“.

Die innovative Kraft ihrer Werke reicht von der neuen Kategorie der „Sinnlichkeitslosen“ bis zur Beschreibung lesbisch-sexueller Höhepunkte, von der kritischen Ablehnung der sexualwissenschaftlichen Mannweiber-Theorie bis zur Psychologisierung von Diskriminierungsfolgen. Befragt man die Schriften und Lebensläufe jedoch nach Positionen zu Klassenherrschaft, „Eugenik“/„Rassenhygiene“ und Kolonialismus, werden problematische politische Widersprüche deutlich.

Ein multimedialer Vortrag über mutige & provokante Selbst-Outings und engagierte Lesben in den Frauenbewegungen – mit vielen Bildern, reichhaltigem Quellenmaterial, Rezitation lesbischer Erotik & feurigem Feminismus – und anschließender Diskussion.

Referentin: Christiane Leidinger, promovierte Politikwissenschaftlerin, freischaffende Autorin (Berlin)

Termin: Freitag, 25. Mai 2012, 19.30 Uhr

Eintritt: frei

Bildnachweise v.l.n.r: Anna Sprüngli: Frauenkulturarchiv Düsseldorf, Johanna von Elberskirchen: wikimedia, Emma Trosse: Privatsammlung: Helmut Poppelreuter (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

„In ihnen hat die Natur das berühmte Dritte Geschlecht geschaffen“

Weibliche und männliche Cross-Dresser der 1920er Jahre

Magnus Hirschfeld (1868-1935) gehörte zu den ersten Sexualwissenschaftler_innen Deutschlands, die sich seit 1900 mit dem Phänomen des Cross-Dressings bzw. Transvestismus wissenschaftlich beschäftigten. Gemeint ist damit das kulturelle Phänomen, dass Frauen wie Männer die Kleidung des anderen Geschlechts anleg(t)en und damit eine Lebensweise jenseits der Geschlechternormen bevorzug(t)en. Der Vortrag präsentiert einen Einblick in die Geschichte des Cross-Dressings in Deutschland, mit Schwerpunkt auf die Weimarer Zeit und weibliche Transvestiten. Dabei werden die Entstehung des Begriffs erläutert, die historischen Traditionen des (weiblichen) Cross-Dressings beleuchtet sowie die transvestitische Subkultur der 1920er Jahre auch am Beispiel dreier Cross-Dresser_innen vorgestellt.

Multimedia-Vortrag

Referentin: Katja Koblitz, Historikerin

Termin: Dienstag, 29. Mai 2012, 20.00 Uhr

Ort: Sonntags Club e.V., Greifhagener Str. 38, 10437 Berlin

Eintritt: frei