Geschichte des Spinnboden

25. Mai 1973 Der erste Impuls
Die Frauengruppe der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW) beginnt Plenumsprotokolle, Flugblätter und Zeitungsartikel zu sammeln
1973–1978 LAZ und Lesbenarchiv
Die HAW-Frauen gründen ihr eigenes Lesbisches Aktionszentrum – LAW
1980–1982 Öffentlicher Ort
Gudrun Schwarz nimmt das Lesbenarchiv unter ihre Fittiche. Sie gewinnt Mitarbeiterinnen und organisiert Spenden, ab 1982 erscheint der Lesbenarchiv-
Rundbrief und im Oktober öffnet das Archiv mit 800 Büchern, 42 Ordnern mit
Zeitschriftenartikeln sowie zahlreichen Zeitschriften, Dias und Plakaten
8. August 1983 Vereinsgründung
Spinnboden – Archiv zur Entdeckung und Bewahrung von Frauenliebe e. V.
existiert nun als offizieller Verein:
1. Kontakt- und Beratungsstelle
2. Archiv und Präsenzbibliothek
3. Forschungsstelle
4. Publikationsstelle (Spinnboden-Texte)
1983–1988 Fördergelder
Der Senat fördert eine halbe Stelle (20h/Wo) für die Kontakt- und Informationsarbeit Zuwendungen von Goldrausch und der Lottogesellschaft sowie private Spenden fließen in eine angemessene Büroausstattung
1988 Eigene Räume
Der Spinnboden e. V. zieht in die Burgsdorfstraße. Der Bestand umfasst nun u. a.
2.000 Bücher
1989–1995 Mehr Fördergelder
Der Senat für Jugend und Familie (SenJugFam) unterstützt den Verein mit einer zusätzlichen ¾-Stelle und 50 % der Miete. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen und der Bestand wächst kontinuierlich
1995 Neue Räume
Der Spinnboden e. V. zieht in die Räume der Weiberwirtschaft eG in der Anklamer Straße
1996 In Lebensgefahr
Der SenJugFam kürzt die ¾-Stelle auf eine halbe Stelle und kündigt an, die Förderung im nächsten Jahr ganz einzustellen. Der Verein kämpft um seine Existenz
1997 Unsichere Zukunft – professionelle Arbeit
Nach ungezählten Auseinandersetzungen wird die Förderung für das laufende Jahr im Juni doch noch bewilligt. Das Archiv arbeitet mit der Datenbank FAUST – nun ist ein Datenaustausch mit anderen Berliner Frauenprojekten möglich. Umfassende Recherchen lassen sich leichter und schneller durchführen
1998 Wechsel der Fördertöpfe
Der Senat für Arbeit, berufliche Bildung und Frauen (SenArb) übernimmt die Förderung des Spinnboden e.V. vom SenJugFam. Es bleibt bei der Zuwendung für zwei halbe Arbeitsstellen und die halbe Miete.
seit 2001 Eigene Website und viele Angebote
Der Verein stellt eine eigene Website ins Netz. Kontakte und Informationen laufen zunehmend über E-Mail und erleichtern die Vernetzung in Berlin, Deutschland und international.
Im Spinnboden gibt es ständig neue Angebote: z. B. einen Bücherflohmarkt, Kurse für kreatives Schreiben, dazu Lesungen und Gruppen zum Thema Coming-out oder um gemeinsam auszugehen (Kultur, Tanzen …)
2003 Außenwirkung
Drei Ausstellungen verwenden Material aus dem Spinnboden-Archiv:
- Domäne Dahlem: Fauencafés in den 80er Jahren
- Kreuzberg-Museum: Von anderen Ufern. Geschichte der Lesben und Schwulen in Kreuzberg
- Schwules Museum: Homosexuelle Männer in Ost- und Westberlin 1945–69
2004 Anerkennung
Der Spinnboden erhält den Zivilcouragepreis des Berliner CSD. Die Marianne-Steegmann-Foundation würdigt die Arbeit des Archivs mit einer hohen Geldspende. Autorinnen der Spinnboden-Schreibgruppe präsentieren ihre Werke im Kulturhaus Mitte als szenische Lesung
2005 Relative Entspannung
Der Verein wird nun vom Senat für Wirtschaft, Arbeit und Frauen gefördert. Erstmals wird eine feste Mittelzusage für zwei Jahre ausgesprochen.
30. Mai 2008 Viel Grund zum Feiern
Der Spinnboden – Lesbenarchiv und Bibliothek Berlin e.V. feiert mit einem Sektempfang sein 35-jähriges Bestehen und Wirken. Der Bestand des Archivs umfasst ca. 14.000 Bücher, Zeitschriften, Videos/DVDs und Plakate. Die Website des Vereins präsentiert sich im neuen Gewand und der Katalog geht online